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This is Jetstar baggage service …

ich weiss nicht, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Die Nummer kann ich mittlerweile auch auswendig, und das einzig positive war: Es ist eine 0800er Nummer. Falls jemand nach einem Jetstar Flug in Neuseeland das Gepäck vermisst, ruft 0800700730.
Aber viel wichtiger ist ja, wie kann Gepäck verloren gehen? Ich glaube, weil Gepäck eher ein Ausdauersportler ist und kein Sprinter. Unser Weiterflug von Singapur nach Sydney hatte aufgrund des Schneechaos in Frankfurt etwa 2 Stunden Verspätung. Wir sind in Singapur quasi nur zugestiegen. Viele der anderen Mitreisenden sind so, wie wir sonst auch, direkt von Frankfurt nach Sydney geflogen. Auf dem Flug konnten wir ca. eine Stunde aufholen. In Sydney mussten wir dann ans andere Ende vom Flughafen eilen, da der Anschlußflug nach Christchurch bereits in 40 Minuten abfliegen sollte. Andere Passagiere mit Weiterflug nach Perth, Adailade oder Melbourne wurden im Flieger bereits darauf hin gewiesen, dass sie auf einen späteren Flug umgebucht wurden. Wir hatten jedoch Hoffnung, mit unserem Flieger mitzukommen. Ein Glück hat Kurt von Beax Reisen die Flüge so gebucht, daß genügend Auffenthalt war.
Vorher ging’s noch mal durch den Sicherheitscheck. Nun aber los, dachten wir. Das Sicherheitspersonal dachte anders. Da man sich in diesen Tagen durch schnelle Bewegungen am Flughafen verdächtig macht, wurde ich zu allem Überfluss zu einer Sonderkontrolle in eine Kabine gebeten. Dort bat man mich die Hinweistafel zu lesen, auf der Sinngemäß stand: Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Nach meiner Einwilligung wurden meine Arme, Beine, Rücken und Bauch mit einem Stäbchen bestrichen, welches in einem schwarzen Gerät steckte. Dieser Rüssel wurde dann noch in mein Handgepäck gesteckt. Kein Fund, ich durfte gehen. Ob nach Sprengstoff, Drogen oder guter Laune gesucht wurde kann ich nicht sagen, gefunden wurde nichts davon.
Nach diese Prozedur war noch mehr Eile angesagt. Leider gab es im Gegensatz zu Singapur in Sydney keine Laufbänder und der Weg zu Gate 25 war weit. Kurz vorher noch mal schnell auf Toilette, ach nein doch nicht: “Final call for boarding: Mr Buunte and Mrs Wagner to gate number 25 please” schallte es aus dem Lautsprecher. Unter Boarding verstand die nette Dame am Schalter jedoch lediglich, dass wir unsere Boardkarte erhielten. Wir hatten zwar bereits eine in Singapur erhalten, aber doppelt hält besser. In 10 Minuten sollte das Einsteigen beginnen, also war genügend Zeit jetzt noch mal schnell zur Toilette zu gehen. Leider hatte sich in der Zwischenzeit eine beträchtliche Schlange von weiß bemützten Menschen gebildet, die definitiv länger als 10 Minuten lang war. Seit wann finden Flashmobs eigentlich auch auf Flughäfen statt?
Endlich Boarding, als erstes die Reihen 65-75, super wir sitzen in Reihe 3. Nachdem wir endlich im Flieger sitzen, trudeln dann auch so langsam die Mitglieder des St John Tages mit den weißen Mützen im Flieger ein. Mit einer vollen Blase und einer halben Stunde Verspätung hebt der Flieger endlich ab. Nach dem Erlöschen der Anschnallzeichen schummelt sich eine weiß bemützte gestallt aus Reihe 14 in gepardähnlicher Geschwindigkeit an unserem Sitz vorbei in die Toilette!!! Wir konnten weitere Nachahmer durch demonstratives Blockieren des Ganges daran hindern, uns den Platz streitig zu machen ;)
Während des Fluges wurden in Easyjetmanier Getränke zum Kauf angeboten. Wir boykottieren diese Art von moderner Freibeuterei durch Tiefschlaf in embryonaler Stellung auf unserem viel zu kleinen Sitz. Nach der Landung in Christchurch und Erledigung aller Formalitäten für unsere Visas stehen wir nun an der Gepäckausgabe. Doch nach gefühlten 100 Runden des Gepäckbandes wird klar: Unsere Rucksäcke sind nicht dabei. Wie durch ein Zufall ist der Schalter von Jetstar für verlorenes Gepäck genau neben diesem Gepäckband. Eine weniger freundliche Frau füllt ein Papierformular mit unseren Daten aus und gibt uns 2 Kopien. Eine für uns, eine für den Zoll. Mit schlechter Laune aber guter Hoffnung verlassen wir den Flughafen in einem Shuttle in Richtung “old country house”.
Am nächsten Tag riefen wir bei besagter Hotline an, doch in diesem Moment viel uns auf: wir haben gar keine Vorgangsnummer. Auch unter der Gepäcknummer und unter unserem Namen konnte die Jetstar Mitarbeiterin keinen Vorgang finden. Uns wurde versprochen, dass sich darum gekümmert wird.
Ein Anruf am Tag darauf brachte das gleiche Ergebnis. Es gibt keinen Vorgang, es wurde also nach mehr als 40 Stunden noch nicht einmal angefangen nach unserem Gepäck zu suchen. Ich bin am Telefon eigentlich immer zurückhaltend, weil die Person nichts für die Umstände kann. Doch das war echt zuviel. Zum erstem mal in meinem Leben bin ich am Telefon richtig ausgerastet. Wir sitzen seit fast 2 Tage mit nur einer Zahnbürste aus dem Supermarkt um die Ecke und der gleichen Unterhose in einem Hostel fest, und die Fluggesellschaft hat sich noch nicht mal nach unserem Gepäck an einem der 3 Flughäfen erkundigt, wo das Gepäck geblieben sein könnte. Nachdem ich mich wieder gefangen habe, füllte die Dame am anderen Ende der Leitung das Formular am Computer erneut aus, und versprach sich umgehend drum zu kümmern. De Javú.
Nach einem Spaziergang in der Innstadt kamen wir ins Hostel zurück, als ein Shuttle gerade unserem Rucksäcke ablieferte. Nach mehr als 48h Stunden haben wir nun unserer Gepäck zurück. Jetstar zahlt an Fluggäste, die mehr als 48h auf ihr Gepäck warten mussten eine einmalige Summe von 40 australischen Dollar (25 Euro. Dafür müsste man jedoch die Boardkarte, den Kaufbeleg für Hygieneartikel usw. per Email an Jetstar schicken. Wir verzichten auf diese Almosen und freuen uns lieber über unser Gepäck.

  1. Dad
    21. Januar 2010, 08:38 | #1

    Ein schöner Tag beginnt für mich, soviel Schmunzeln kann ich selten am frühen Morgen.

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