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Kayaking im Doubtful Sound

Der gemeine Kiwi hat Wassersport im Blut. Ob mit dem Motorboot, Tauchen oder Kayaken. Und kayaken ist in Neuseeland sowas wie ein Massensport. Wer es landschaftlich etwas spannender mag, der ist in einem der beiden großen Fjorde (Milford oder Doubtful) gut aufgehoben. Der Milford Sound ist über eine gut ausgebaute Strasse zu erreichen. Dementsprechend überfüllt ist es dort. Der Doubtful Sound liegt tief in einem Nationalpark, hinter den sieben Bergen und den sieben Seen. Nur einige ausgewählte Unternehmen dürfen Touristen unter strenge Auflagen dort hin bringen. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, warum man im Doubtful Sound noch ungestört durchs Wasser paddeln kann.Wir haben uns für einen eintägigen Ausflug zum Doubtful Sound entschieden. 7:30 Uhr gings in Manapouri los. Die Überfahrt mit dem Boot dauert ca. 45 Minuten. Am anderen Ende des Sees mit mehreren Seitenarmen befindet sich Neuseelands größtes Wasserstromkraftwerk. Von dort aus geht es mit dem Bus weiter über die Passstrasse zum Fjord. Der alte Nissan Buss hatte mächtig mit uns und der Steigung zu kämpfen. Der Ausblick vom höchsten Punkt des Passes ist schon atemberaubend. Die eisgeformten Granitberge ragen rechts und links neben dem Wasser bis zu 1200m in den Himmel. Keine Wolke ist zu sehen und wir freuen uns riesig. Einzig der Captain des Bootes ist ziemlich angenervt von uns, weil die Deutschen und Österreicher mehr quatschen als zuhören.

Nach einer kurzen Einführung ins 1×1 des Kayaken geht es direkt vom Boot ins Kayak und ab dafür. Die geführte Tour geht immer entlang der Steilküste und der üppigen Uferbewucherung. Es ist echt überwältigend, als kleines Bötchen auf dem Wasser zu treiben und scheinbar unendlich in die Höhe zu schauen, um das Ende der Berge zu sehen. Fotos können das leider nicht beschreiben. Alles scheint so nah und klein zu sein. Doch beim Versuch, einen Seitenarm zu überqueren fällt mir auf, dass das scheinbar 400m entfernte Ufer leider doch ca. 2km entfernt ist.

Zum Mittag gibt es instant Hühnersuppe und eine Tasse Kaffe auf einem zweiten Boot an einer ruhigen Stelle im Fjord. Der Captain ist mittlerweile ziemlich angepisst und behandelt uns mehr oder weniger respektlos. Wir lassen uns aber nicht davon abhalten, einen schönen Tag zu verleben. Nach dem Mittag geht es noch mal ins Boot, um 2 weitere Stunden entspannt am Ufer bei fast völliger Windstille durch den Fjord zu paddeln. Zum Abschluss des Tages geht es gegen 2 Uhr wieder an Board des Bootes. Es ist ziemlich heiß, also springen wir alle noch mal ins Wasser, um uns abzukühlen. Die beiden einzigen englischsprachigen Teilnehmer der 8-köpfigen Gruppe Fragen den Captain, ob er sich jetzt mal zusammenreißen und wieder etwas netter sein könnte. Leider ohne Erfolg. Wie sich später heraus stellt, ist der Captain der Eigentümer dieses Reiseveranstalters und fühlte sich völlig im Recht, uns so zu behandeln. Ohne ein Wort bringt er uns zurück nach Manapouri.

Mit gespaltenen Gefühlen beenden wir den Tagesausflug. Landschaftlich einmalig ist der Doubtful Sound wirklich eine Reise wert. Allerdings kann ich die Firma (Adventure Kayak and Cruise) nicht empfehlen, die den Ausflug veranstaltet hat. Unser bisher teuerster Ausflug mit 225 NZ$, ca 110 Euro war nicht so, wie wir ihn uns vorsgestellt hatten. Real Journeys bietet ebenfalls geführte Kayak Touren im Doubtful Sound an, vielleicht wäre das die bessere Wahl gewesen.

  1. Mareike
    9. Februar 2010, 18:33 | #1

    Ach ja, Neid, Neid. Habe damals den Milford Sound gemacht. Das Wetter war ähnlich herrlich. Und ich hatte eine netten Capitän. (Saß auch mit mir im Kajak:)) Aber von so nem Grießgram darf man sich nicht die Laune verderben lassen! Ihr seid am anderen Ende der Welt! In einem wunderschönen Nationalpark! Laß denn doch quatschen. Vielleicht vermißt der nur den Regen. (Kann ja mal hierher kommen…wir haben genug Wasser…in jeder Form!) :)

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