Stewart Island
Die heimische Fauna auf Neuseeland hat seit der Einführung von Hunden, Katzen, Ratten, Frettchen und Opossums mit den ersten europäischen Siedlern um 1830 ein schweres Leben. Die meisten Vögel sind Bodenbrüter und damit leichte Beute der rumstreunenden Fressfeinde. Einige Arten sind bereits ausgestorben, doch das DOC und einige andere Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht die noch verbliebenden Arten zu schützen. Dies geschieht meist mit Hilfe eines katzensicheren Zaunes und vielen Ködern und Fallen. Eine fast unüberwindbare, aber natürliche Barriere für mitgebrachte Raubtiere ist die ca. 60km breite Foveaux Strasse, die die Südinsel von Stewart Island trennt. Auch hier leben Katzen und Hunde, jedoch ist deren Zahl überschaubar.
Um uns die Vogelvielfalt mal genauer anzusehen, sind wir mit einer Fähre nach Stewart Island gefahren. Die Überfahrt kostet 63NZ$/Person und dauert ca. eine Stunde. Wir sind gleich morgens und 7:30 Uhr an Board gegangen und haben eine ruhige Fahrt genossen. Der kleine Hafen und die Ortschaft Oban liegen in der Halbmondbucht und sind klein und niedlich. So freundlich wie auf dem Festland ist man hier allerdings nur unter sich. Den Tagesbesuchern und Langzeittouristen begegnen die Einheimischen mit einer gewissen Reserviertheit. Es hat noch nicht das Unfreundlichkeitsniveau Berlins, aber man fühlt sich hier nicht unbedingt willkommen.
Nachdem wir den Rucksack im Hostel abgeworfen haben, kam mir die unendlich dumme Idee, mit dem Fahrrad ein wenig herum zu fahren. Kerstin hat sich überreden lassen, mit mir zur Lee Bay zu fahren, die ca. 6km entfernt ist, und von dort einen kleinen Spaziergang durch den Bush zu machen. Bis zur Lee Bay sind 5 Hügel zu überwinden, die gefühlt eine Steigung von mindestens 45° hatten. Selbst im kleinsten Gang konnte man den Hügel nicht hinauf fahren. Kerstin hat geschimpft, als gäbe es kein Morgen, weil sie das Fahrrad bergauf nur schieben konnte. Für die Strecke, die in Berlin in ca. 15 Minuten zurück gelegt worden wäre, haben wir gute 45 Minuten gebraucht. Der Ausblick aufs Meer hat aber für alles entschädigt. Ebenso der Spaziergang auf den 162m hohen Garden Mound Berg. Die Räder lagen in der Zwischenzeit irgendwo im Gras. Diebstahl scheint hier kein Thema zu sein. Nach ca. 4 Stunden waren wir völlig fertig und haben die Räder wieder abgegeben. 28NZ$ pro Rad kostete die Ausleihe inkl. Helm, der hier übrigens Pflicht ist.
Um den Tag sportlich etwas abzurunden, haben wir uns entschlossen im Dämmerlicht zu kayaken. Die Eigentümer des Bunker Backpackers veranstalten dazu jeden Abend geführte Kayaka Touren zur nahe gelegenen “Native Island”, von wo aus man den Sonnenuntergang bei einer Tasse Tee oder Kaffe genießen kann. Eine anschließende Pubtour haben wir uns gespart, da am nächsten Morgen Ulva Island auf dem Programm stand. Diese bis auf 3 Ferienwohnungn völlig unbewohnte Nachbarinsel ist ratten- und mäusefrei. Dementsprechend sind hier alle verbliebenden heimischen Vogelarten vertreten, vom Robin bis hin zum Rotkappenparake. Die 7 minütige Überfahrt mit einem Wassertaxi geht ab Golden Bay jeweils um 9, 12,4 und 6 Uhr und kostet 20NZ$ / Person hin und zurück. Wie der morgendliche Blick aus dem Fenster verrät, hätte sich die Pubtour doch gelohnt. Regen und starker Wind machen keine Lust aufzustehen. Wir quälen uns dennoch aus den Federn und Zaubern uns einen heißen Instantkaffee. Für die 2 Tage Aufenthalt auf der Insel haben wir keinen Proviant mitgebracht. Doch das Regal mit kostenlosen Lebensmitteln von abgereisten Hotelgästen hält für uns noch eine rote Zwiebel, eine Tomate und vier Freilandeier bereit. Ein paar Gewürze konnte ich auch noch auftreiben, und so stand einem leckeren Frühstück nichts mehr im Weg. Den Vormittag haben wir dann mit rumfaulenzen auf der Couch verbracht. Gegen 10 Uhr klärte es dann etwas auf, und um 11 Uhr war klar: Auf nach Ulva Island.


Na das Wetter sieht doch schon besser aus, was ich da zwischen den Bäumen vorblitzen sehe, könnte doch glatt die Sonne sein.
Lieber Christoph,
es war wieder nett,einen schönen Bericht von Euch zu lesen.Eskann ja auch nicht jeden
Tag schönes Wette sein.Wir haben hier schon etliche Wochen den Winter hier bei
uns mit Minusgraden von Nachts bei -20°und am Tage bis zu – 10°.
alles Gute von Oma und Opa